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Leserbrief an die Sächsische Zeitung

In einem offenen Leserbrief wendet sich die Interessengemeinschaft Anlieger Natursteinwerke e.V. an die Presse. Mit dem Brief vom 19.07.2010 an den Redakteur Mirko Kolodziej der Sächsischen Zeitung möchte die IG ANSW e.V.  Falschaussagen seitens der Natursteinwerke (Beitrag SZ 25.06.2010) korrigieren.

Sehr geehrter Herr Kolodziej,

mit großem Interesse haben wir die Leserzuschriften über Beschwerden gegen die Natursteinwerke Weiland GmbH (NSW) in Ihrer Zeitung gelesen. Da wir als Verein IG ANSW e.V. direkt in einem Artikel angesprochen wurden, möchten wir einige Ergänzungen zu dieser Problematik machen.

Auch durch unsere Interessengemeinschaft und Bürger der Gemeinden Schwarzkollm und Laubusch wurde immer wieder auf die Verschmutzung der Dorfstraße, insbesondere der Straßenabschnitte ab Ausfahrt der Natursteinwerke Weiland GmbH, hingewiesen. Zweifelsfrei sind mehr als 90 % der Verschmutzung durch die NSW verursacht, denn die Verschmutzungsspur zieht sich von der NSW-Betriebs-straße über die Dorfstraße, bis hin zur Bundesstraße 96. Es mag sein, dass die NSW versuchen, täglich die am meisten betroffenen Straßenabschnitte zu reinigen und die LKW-Fahrer auffordern die Reifenwasch-anlage zu nutzen. Wir wollen auch nicht bestreiten, dass die Fahrer aufgefordert werden ihre Ladungen abzudecken oder zu befeuchten. Nur das Ergebnis dieser Maßnahmen ist offensichtlich nicht ausreichend. Somit können wir uns über die Behauptungen des Betriebsleiters Herrn Schimank nur wundern wenn er kundtut:

„ Auf LKW geladenes Material mit kleiner Körnung müsse beispielsweise abgeplant sein. Das wird kontrolliert.“

Anscheinend halten die LKW-Fahrer gleich wieder an, um die Planen zu entfernen, denn abgedeckte LKW sind eher selten zu beobachten, selbst werkseigene Fahrzeuge sind so gut wie nie abgeplant. Befeuchten des Verladegutes? Wenn es geschieht, dann scheint dies offenbar bereits bei Verlassen des Betriebsgeländes verdunstet zu sein. Die Reinigung der Straße erfolgt mit einem Gabelstapler der NSW an der eine Kehrwalze angebracht ist (Foto "Gabelstapler mit Kehrwalze").

Schwarzkollm, Gabelstapler mit Kehrwalze, Kehrmaschine, Natursteinwerke Weiland, NSW, IG ANSW, IG-ANSW.deGabelstapler mit Kehrwalze

Diese verteilt den Schmutz gleichmäßig über die Fahrbahn und an den Straßenrand. Bei Regen wird der Dreck dann wieder auf die Fahrbahn gespült. Und bei Trockenheit wirbeln die vorbei-fahrenden Fahrzeuge Staubwolken hoch. Eine Reinigung der Straße kann nur dann effektiv sein, wenn die Verschmutzung auch aufgenommen und entsorgt wird, wie es bei einer richtigen Kehrmaschine der Fall ist. Im Übrigen hat Herr Weiland bereits im Juni 2002 im Schwarzkollmer Informationsblatt unter Punkt Staubschutzmaßnahmen versichert, dass das Kehren der Betriebsstraße turnusmäßig durch Fremdfirmen durchgeführt wird. Dies konnte bis 2010 nicht beobachtet werden.

Wie kann es sein, dass das Problem Straßenverschmutzung in Schwarzkollm ein über Jahre bzw. nun schon über Jahrzehnte andauerndes Ärgernis ist und die zuständigen kommunalen Ämter sowie die Bergaufsichtsbehörde relativ untätig bleiben? Bedauerlich ist es, dass sich die NSW nur sehr oberflächlich um eine Verbesserung der Gesamtsituation bemühen. Nur strenge und klar formulierte Auflagen, die auch ständig von den Kontrollbehörden überprüft und erforderlichenfalls auch sanktioniert werden, führen zu positiven Veränderungen in der Betriebsführung. Zu dem angesprochenen Foto (Foto "Staub über den Aufbereitungsanlagen in den NSW Weiland | Schwarzkollm") vom Steinbruchgelände möchten wir noch folgendes anführen. Bei dieser Aufnahme wollten wir nicht die Grenzwerte in Frage stellen. Laut Auskunft des Bergamtes müssen die NSW ihre Aufbereitungsanlagen bedüsen, was scheinbar an diesem Tage nicht geschehen ist. Das dies kein Einzelfall ist, wird das Oberbergamt auf Anfrage sicherlich bestätigen.

Staubwolke Natursteinwerke Weiland Schwarzkollm, Interessengemeinschaft Anlieger Natursteinwerke e.V., ig-answ.deStaub über den Aufbereitungsanlagen in den NSW Weiland | Schwarzkollm

Unser Verein konnte durch die ständige Kommunikation mit dem Oberbergamt einige Veränderungen der Betriebsführung erreichen, auch wenn dies weder die NSW noch die Behörden offiziell zugeben. Des Weiteren wurden erst durch unsere vielfältigen Einsprüche illegale Aktivitäten der NSW aufgedeckt (z.B. Überhöhung der Abraumhalde und Waldrodung ohne behördliche Genehmigung). In dem von Ihnen veröffentlichten Artikel vom 25.06.2010 heißt es von den Natursteinwerken wie folgt: „…für die Fällungen habe es eine Genehmigung gegeben. Als Widersprüche diese Erlaubnis gestoppt hätten, seien die Arbeiten schon im Gange gewesen.“ Diese Aussage ist falsch. Die betroffene Waldfläche wurde nach Auskunft des Oberbergamtes bereits vor April 2009 gerodet, die Zulassung zum Vorzeitigen Beginn und damit die Genehmigung zur Rodung wurde aber erst am 19.10.2009 durch das Oberbergamt erteilt. Die ersten Widersprüche, die zur Unterbrechung der Arbeiten führten lagen Anfang November 2009 vor. Damit ist erwiesen, dass die Fällungen doch rechtswidrig waren. Dies haben die Natursteinwerke gegenüber dem Oberbergamt so auch nachweislich zugegeben.

Auch die „zwangsläufige“ Zwischenlagerung von Abraum über bestehende Grenzen hinweg hätte beantragt werden müssen. Da dies nicht geschehen ist, gilt auch die überhöhte Abraumhalde als Rechtsverletzung. Wir bleiben bei unserem Standpunkt: Der Betrieb NSW ist wichtig für unsere Region und sichert Arbeitsplätze. Die Unterstützung des Herrn Weiland in verschiedenen Bereichen für Schwarzkollm mag auch anerkennenswert sein. Jedoch sind die schon oft proklamierten Bemühungen der Natursteinwerke Weiland um mehr Akzeptanz bei den von Lärm, Staub, Sprengwirkungen und Straßenverschmutzung betroffenen Anliegern nicht erkennbar. Lärm, Staub und Verschmutzungen wären mit einfachen Maßnahmen deutlich minimierbar. Es fehlt offenbar nur am Willen der NSW-Unternehmensleitung und des OBA, diese umzusetzen. Wen wundert dies auch, denn nach Meinung des OBA liegen nur die betrieblichen Belange der NSW im öffentlichen Interesse. Die Belange der Anwohner sind dabei untergeordnet.

Mit freundlichen Grüßen,
die Interessengemeinschaft Anlieger Natursteinwerke e.V.